Wahrscheinlich bin ich einer der wenigen Menschen, die sich regelmäßig mit dem Thema Backup beschäftigen. Aus diesem Grund schaue ich mir gerne neue, bzw. mir bisher unbekannte Backuplösungen an.

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Schon lange bin ich ein großer Fan der Backupsoftware Borg. Das Tool verfügt über alle Funktionen und Eigenschaften die ich mir für eine Backuplösung wünsche. Die Backups lassen sich verschlüsseln und somit sicher auf einem entfernten Server speichern. Es unterstützt Deduplizierung, so dass die Backups nur so groß wie nötig werden. Selbstverständlich lässt sich auch die Integrität der Backups prüfen, Außerdem lassen sich die Backups via FUSE im lokalen Filesystem mounten. Somit kann man bequem durch die Backups browsen und Dateien herauskopieren.

Borg is Open Source. Der Quellcode ist auf Github zu finden und in den Repos der gängigen Distributionen. Die Dokumentation findet man unter borgbackup.readthedocs.io.

Borg ist für mich die perfekte Backuplösung. Zumindest für die Kommandozeile

Vorta, eine grafische Benutzeroberfläche zu Steuerung von Borg

Unter dem Namen Vorta existiert mittlerweile eine grafische Benutzeroberfläche für Borg. Vorta ist ebenfalls Open Source und wird hauptsächlich vom Betreiber von BorgBase entwickelt, einem Hoster für Borg Repositories. Daher verwundert der Hinweis auf das Angebot von BorgBase in der Oberfläche von Vorta wenig.

Vorta findet man auf Github, wo auch die verschiedenen Installationsmethoden beschrieben werden. In den Repos der Distributionen ist Vorta bisher nicht zu finden. Lediglich bei Arch und Arch basierten Distributionen kann Vorta aus dem AUR installiert werden. Bei anderen Distributionen bietet sich die einfach Installation mit PIP an.

Vorta Backup

Die Benutzung von Vorta

Auch wenn diverse Destops mittlerweile der Meinung sind dass Tray-Icons ausgedient haben, bin ich hier entschieden anderer Meinung. Desktop-Notifications sind schön und gut um über eine gerade stattfindende Aktion zu informieren. Tray-Icons sind allerdings viel besser geeignet um einen aktuellen Zustand anzuzeigen. Ist die Nextcloud syncronisiert oder liegt ein Fehler vor. Man kann auf einen Blick erkennen ob Updates verfügbar sind, ob ein Backup läuft oder ob evtl. das letzte Backup fehlgeschlagen ist. Ein Desktop ist eben kein Smartphone.

Eines der Features von Vorta ist für mich daher das anzeigen eines Tray-Icons. Darüber lässt sich das Programm aufrufen, es lassen sich Backups starten und man wird informiert ob gerade ein Backup läuft. Leider zeigt das Icon nicht an, ob das Backup erfolgreich war oder nicht. Hierzu muss man die Anwendung öffnen.

Vorta Tray Icon

Ansonsten ist Vorta einfach ein Tool um Borg über eine grafische Benutzeroberfläche zu steuern und unterstützt dabei alle Funktionen die ich verwende, bzw. die mir bekannt sind. Es lassen sich neue Borg Repositories erstellen oder auch bereits vorhandene Repositories einbinden. Dabei können auch mehrere Profile angelegt werden.

Ein Schwachpunkt ist für mich die Zeiplanung der Backups mit Vorta. Hier scheinen normale Cronjobs verwendet zu werden. Auf deinem Desktop oder Laptop, der normalerweise nicht durchgängig läuft kann das problematisch werden, da verpasste Sicherungen nicht nachgeholt werden. Hat man einen schlechten Zeitpunkt für die Sicherungen gewählt, so kann es sein dass tagelang keine Sicherung vorgenommen wird, weil der Computer immer außerhalb der Sicherungszeit läuft. Ob es möglich ist über Anacron oder Systemd-Timer eine Borg-Sicherung auszulösen die Vorta auch erkennt, habe ich nicht getestet.

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Die Backuplogs lassen sich ebenfalls direkt über Vorta einsehen. Außerdem kann man eigene Shell-Kommandos definieren, die vor oder nach einem Backup ausgeführt werden.

Über weitere Reiter in der Anwendung kann man alte Backup manuell oder automatisiert löschen. Außerdem können einzelne Backups in einen Ordner entpackt oder im Dateisystem gemountet werden. Dann kann man ganz normal über den Dateimanager oder das Terminal auf die Daten im Backup zugreifen.

Außerdem zeigt Vorta die Größe der zu sichernden Daten an, sowie den Speicherplatz den diese nach der Deduplizierung und Komprimierung der Daten im Repo einnehmen.

Fazit

Ich mag die Kommandozeile und ich mag grafische Desktopoberflächen, aus diesem Grund bin ich begeisterter Linuxnutzer. Hier muss ich mich weder bei der Nutzung der Kommandozeile noch bei der Nutzung von GUI-Software einschränken lassen.

Auch die Kombination von Borg und Vorta bringt das beste aus beiden Welten zusammen. Die hervorragende Backuplösung Borg, und die komfortable Bedienung mit Vorta auf dem Dektop. Dies ermöglicht das Einrichten einer einheitlichen Backupumgebung auf allen Systemen. Egal ob Server oder Desktop.

Vorta mounted Repo
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4 Kommentare

  1. Hallo Niko,
    danke für den Artikel.
    Ich hatte vor längerer Zeit schon mal von Borg gelesen und dann aber doch bei Back in Time geblieben.
    Damit habe ich aber leider nur eine lokale Sicherung auf eine externe Platte.
    Dein Artikel über Vorta ist eine gute Erinnerung, sich das Backup noch mal anzusehen.

    Grüße vom it-frosch

  2. Mit Borg habe ich noch keine Erfahrung, aber ich benutze seit Jahren sehr zufrieden rsnapshot für Sicherungen auf externe Datenträger (Server-Sicherungen sind dank rsync-Basis per ssh auch möglich).

  3. Zum Sichern auf eine externe Festplatte sind die rsync-basierenden Tools schon super. Wenn aber Bandbreite eine Rolle spielt ist rsync im Nachteil, da eine geänderte Datei immer komplett neu gesichert wird. Das Sichern einer virtuellen Maschine über die DSL-Leitung kann da schon mehrere Stunden dauern. Außerdem kann Borg das Backup direkt verschlüsseln.

  4. Bin auch seid kurzem großer Borg Fan. @Rayman. Mein Problem mit rsnapshot ist, dass es das Backup vom Server aus anstößt. Für Server-Server Backup sicher sinnvoll, aber für Laptop-Server fand ich das nicht gut. Außerdem finde ich die Konfiguration nicht einfach. Wenn man mehrere Rechner backupen will, wird das wirklich kompliziert. Meine rsnapshot konfig Scripte hatten am Ende einige hundert Zeilen.
    @Nico wegen der verpassten Backups, ich mache aller Stunde automatische snapshots. Da ist es mir egal ob ich Mal ein paar verpasse. Allerdings backupe ich über das lokale WLAN. Bandbreite ist mir also wumpe.

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