Auf der Suche nach einem komfortablen Backuptool für meinen Homeserver bin ich über die Duplicati 2.0 preview gestolpert. Meine Anforderungen waren u. a. die unterstützung verschiedener Cloudspeicher für ein Offsitebackup und Verschlüsselung der Dateien vor dem Upload.

Bei Dulicati 2.0 kann entweder als GUI Programm auf dem Desktop gestartet werden und läuft dann wie andere Backupprogramme im Hintergrund und lässt sich über ein Trayicon aufrufen. Für den Einsatz auf meinem Homeserver lässt sich das Programm jedoch auch auch als Dienst ohne GUI starten. Das Programm wird in einem Terminal mit „mono Duplicati.Server.exe –webservice-port=8200“ gestarter, anschließend erfolgt die Konfiguration mit einem Browser über ein Weinterface, welches Duplicati unter http://localhost:8200 zur Verfügung stellt. Alternativ lässt sich Duplicati auch komplett über die Kommandozeile steuern.

Duplicati20_1

Damit Duplicati läuft wird unter Windows das .NET Framework, bzw unter Linux Mono benötigt (unter Ubuntu das Paket mono-complete). Um Duplicati unter Ubuntu beim booten automatisch als Dienst ausführen zu lassen kann das im Artikel „Programme unter Ubuntu als Dienst ausführen lassen“ beschriebene Skript verwendet werden. Die Zeilen dir, user und cmd müssen entsprechend angepasst werden. Möchte man auch das System sichern muss man als User root nehmen, ansonsten sollte man aus Sicherheitsgründen einen User ohne Rootrechte nehmen.

dir="/pfad/zu/duplicati"
user="root"
cmd="mono Duplicati.Server.exe --webservice-port=8200"

Die Liste der unterstützten Speicher ist lang. So können Dateien lokal gesichert werden oder zu verschiedenen Cloudspeicherdiensten hochgeladen werden. Für eigene Server werden die Protokolle FTP, SFTP bzw. SSH und WebDAV (verschlüsselt und unverschlüsselt) unterstützt. Zusätzlich werden noch weitere Dienste wie Microsoft Onedrive, Azure, Google Docs, Amazon S3 uvm. untertützt.

Duplicati20_2Die Updates lassen sich automatisiert zu bestimmten Zeiten ausführen und wiederholen.

Duplicati20_3

In den Einstellungen lassen sich viele weitere Details festlegen. So kann z. B. festgelegt werden wie groß die einzelnen Dateien sein dürfen, welche Duplicati in den Cloudspeicher hochlädt. Dies ist z.B. bei der Verwendung von Microsoft Onedrive nötig, da hier bei Upload über die API die Dateigröße derzeit auf 100MB beschränkt ist.
Wenn eine gewünschte Option zwar über die Kommandozeile, nicht jedoch über das Webinterface verfügbar ist, kann die entsprechende Option über einen Eintrag in „Options“ auch über das Webinterface genutzt werden.

Während eine Sicherung läuft wird man über das Webinterface über den aktuellen Stand informiert.

Duplicati20_6

 

 

Der Zugriff auf das Webinterface kann passwortgeschützt werden. Zu beachten ist allerdings dass der Webserver von Duplicati nur http Verbindungen unterstützt und keine verschlüsselten https Verbindungen. Das Webinterface ist somit also vor allem zur Verwendung in einem nichtöffentlichen Heimnetz geeignet. Möchte man das Webinterface auf einem öffentlichen Server im Internet nutzten sollte man versuchen einen anderen Webserver, welcher https Verbindungen unterstützt als Proxy davor zuschalten.

Duplicati20_7

Mit Duplicati 2.0 habe ich ein komfortables und vielseitiges Programm gefunden, um verschlüsselte Onlinebackups von Dateien welche mir besonders wichtig sind zu machen. Obwohl es sich noch nicht um ein final release handelt verrichtet das Programm seit Monaten zuverlässig seinen Dienst.

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