eGuide Berlin – interaktiver Berlin Reiseführer für Android

Für einen mehrtägigen Besuch in Berlin war ich auf der Suche nach einer Reiseführer App für Android, welche einem möglichst interaktive Stadttouren anbietet. Bei einer Suche in Google Play nach Reiseführer oder Berlin findet sich eine Vielzahl an Apps, welche einem genau das versprechen. Viele davon konzentrieren sich jedoch leider auf shopping, oder zeigen einem lediglich Points of interes auf einer Karte an. Eine Tour muss man sich dann selbst zusammenstellen.

Eine erfreuliche Überraschung ist hier die App eGuide Berlin der Agentur panorama-b, welche auch klassische Stadtrundgänge und Stadtrundfahrten anbietet.

Die App selbst ist kostenlos. Der enthaltene Reiseführer kann komplett kostenfrei genutzt werden, wobei den eingebundenen Videoinhalten teilweise Werbespots vorgeschaltet sind. Die Video-Touren können kostenfrei angetestet werden. Hier können die Videoinhalte jeweils zu den ersten drei Stationen kostenfrei abgespielt werden, für den Rest der Tour werden je Tour faire 1,79€ fällig.

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Nach dem Aufruf der App empfängt einen diese mit einer Übersicht der angebotenen Funktionen. Der interessanteste Punkt ist hier sicherlich gleich der erste Punkt Video-Touren, auf den ich im folgenden näher eingehen werde.

Unter Reiseführer findet sich, ähnlich einem klassischen Reiseführer in Papierform, eine Auflistung der verschiedenen Sehenswürdigkeiten Berlins mit einer Beschreibung und einem Eintrag auf der Stadtkarte. Unterteilt in die Oberkategorien Sehenswürdigkeiten, Hotels, Museen, Das grüne Berlin, Restaurants & Co, Architekturführer NS-Bauten, Geschichte und Gegenwart sowie Weihnachtsmärkte findet man hier eine ziemlich umfangreiche, allerdings nicht auch nicht vollständige, Sammlung an Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen. Je nachdem um welche Art von Ort es sich handelt, werden die oben genannten Informationen durch Videomaterial oder z.B. Öffnungszeiten weiter ergänzt. Gerade Museen gibt es jedoch viel mehr in Berlin, als in der App verfügbar sind. So fehlen z.B. das DDR Museum, oder das Spionagemuseum oder das Deutsche Technikmuseum. Wer sich über die Berliner Museen informieren möchte ist daher auf der Webseite der Stadt Berlin besser aufgehoben: https://www.berlin.de/museum

Der für mich spannendste Punkt waren jedoch die Videotouren. Derzeit werden hier drei Touren angeboten. Beginnend mit der ersten Tour in und über Berlins historischer Stadtmitte, führt einen die zweite Tour durch das Berlin im Dritten Reich und in der dritten Tour kommt man vorbei an den sozialistischen Prachtbauten Ostberlins.

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Im ersten Schritt bietet einem die App an einen via Google Maps zum Startpunkt der Tour zu navigieren. Anschließend werden zu Fuß, je nach Tour zwischen 10 und 16 Stationen abgelaufen, wobei es an jeder Station ein ca. 5 Minütiges Video mit Informationen gibt. Dabei zeigt einem die Karte immer die eigene Position als kleinen blauen Punkt an, so dass man immer weiß an welchem Punkt man sich befindet.

Im Gegensatz zu z.B. Google Maps wird einem leider nicht über den Kompass die Richtung in welche man gerade blickt angezeigt. Diese Funktion würde die Navigation zu Fuß nochmals etwas angenehmer machen.

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Da sich die historische Stadtmitte im Laufe der Jahre stark verändert hat, ist es spannend im Video diese Veränderungen gezeigt zu bekommen und andererseits direkt vor Ort den aktuellen Zustand zu sehen.

Im Gegensatz zu Fernsehdokumentationen wirken die Videos sehr viel weniger abstrakt, wenn man direkt am Ort des Geschehens steht.

So führt einen die Tour „Berlin im Dritten Reich“ zuerst in den Spreebogenpark. Im Video bekommt man nun erklärt wie es hier aussah bevor die Nazionalsozialisten als Teil des Projekts „Welthauptstadt Germania“ nahezu sämtliche Gebäude abreisen ließen. Der absurde Größenwahn der Nazis wird einem hier klar, wenn man vor dem Reichstag steht und einem im Video erklärt wird wie groß die „Große Halle“ im Vergleich zum Reichstagsgebäude hätte werden sollen. Eindrücke die einem nur vermittelt werden können wenn man wirklich vor Ort ist.

Weniger bedrückend ist die dritte Tour. Diese führt einen entlang der ehemals Stalinallee (heute Karl-Marx-Allee) genannten Prachtstraße. Vorbei an den ersten, einfachen Arbeiterwohnungen zu sozialistischen Pracht- und Plattenbauten.

Die App kann in Google Play mit einer Suche nach „Stadtführer Berlin“ gefunden werden, oder über den Link. Mit einer Bewertung von 4,8 von 5 Sternen scheint die App nicht nur bei mir einen guten Eindruck hinterlassen zu haben. Schön wäre noch eine weitere Tour zum Berlin in der BRD gewesen, mit modernen Gebäuden wie dem Bundeskanzleramt.



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